Sonntag, 14. September 2008

3. September: Ankunft in Puerto Maldonado und somit im Dschungel

Wir bekamen früh am Morgen einen Anruf, dass wir früher als geplant abgeholt werden würden. Der Grund dafür war eine Demonstration in Cusco. Wenn wir nicht schon früher gefahren wären hätte es sein können, dass wir gar nicht mehr an den Flughafen gekommen wären.

Schnell packten wir unseren Rucksack und unsere Handtaschen. Mit einigen Umwegen erreichten wir glücklicherweise den Flughafen (teilweise waren die Strassen bereits gesperrt und überall standen bewaffnete Polizisten und Panzer auf der Strasse).

Wir waren wohl nicht die einzigen, die früher „als geplant“ am Flughafen waren, denn es wimmelte nur so von Touristen. Die meisten waren bereits seit vier oder fünf Uhr da und warteten auf ihren Flug (bei uns war es immerhin schon halb acht). Die kommenden 2,5 h verbrachten wir mit Mitbringsel kaufen.

In Puerto Maldonado wartete auf schon Pasada Amazonas. Mit unserer Reisegruppe ging es zuerst mit einem Kombi an den Hafen (Fahrtzeit von ca. 1 h). Für mich war das bereits mein erstes kleines Abenteuer im „Dschungel“ (Tabea kannte es bereits von Malawi). Mit dem Kombi ging es über alte Holzbrücken (jedes mal hatte ich angst das wir im Abgrund landeten), durch riesige Pfützen (ich frage mich immer noch warum wir nicht stecken geblieben sind) und über riesige Schlaglöcher. Dieses Mal sind es nicht nur Erzählungen von den Missionaren, sondern ich darf es tatsächlich selbst erleben – SUPER GENIAL.

Auf der Fahrt haben unsere Guides uns über die kommende Tage in der Lodge informiert:

- Keine Elektrizität
- Kein warmes Wasser
- Keine Türen (nur Vorhänge)
- Keine Fenster – eine Seite des Zimmers ist komplett offen mit Blick in den Dschungel
- …etc.

Außerdem durften wir schon einmal etwas Typisches aus dem Dschungel probieren (gezuckerte Castañas – super lecker – ich will mehr).

Der Hafen war kein Hafen (nach meinem Verständnis). Es gab nicht einmal ein Steg. Am sogenannten „Hafen“ gab es lediglich eine Treppe die zum Fluss führte.

Das Boot war auch kein „richtiges“ Boot, sondern viel mehr ein großes Kanu (für ca. 20 Personen). Bei jeder „Anfahrt“ dachte ich, dass wir gleich KENTERN würden.

Als schließlich das Gepäck im Kanu verstaut war, ging es auch für uns ins Kanu (natürlich mit Schwimmweste). Wir fuhren ca. 1 h flussaufwärts bis zur Haltestellte der Lodge. Während der Fahrt gab es auch unser Lunch-Paket: Chifareis mit Ei, eingehüllt in Bananenblätter (somit vermeidet man „Abfall“)! Von der Haltestelle ging es nach einer steilen und ungesicherten Treppe ca. 15-20 Minuten durch den Dschungel zur Lodge. Hier gab es zur Begrüßung erst einmal einen leckeren Saft mit entsprechendem Snack.

Diesen Anblick werde ich nicht so schnell vergessen. Die Lodge ist aus „Crisneja Palm Fronds“ erbaut. Bei der Ankunft wollte ich mich am liebsten erst einmal in eine der Hängematten legen. Nach der Erfrischung bekamen wir unser Zimmer zugewiesen.

Wir hatten ein super süßes Zimmer. Wie schon erwähnt ist eine Wand offen mit Blick in den Dschungel. Das gemütlichste war für mich immer noch die Hängematte! Ich fühlte mich einfach in dieser Ruhe und in der Natur super wohl. Eigentlich wollten wir uns erst einmal ein wenig ausruhen. Dies wurde vom Schnarchen unseres „netten Nachbarn“ etwas gestört (so etwas gehört eben auch dazu, wenn die Wände nur 2,5 m sind). Bevor ich es vergesse:
Unser anderer Nachbar hatte wohl „ein wenig“ Magenprobleme (Durchfall)

Wenn man nach den Geräuschen auf dem Flur ging, konnte man fast erahnen, dass fast jeder Gast „Magenprobleme“ hatte. Da wir in der „freien Natur“ waren, war dies nicht ganz so schlimm. ;-)

Am Nachmittag startete unsere Erste kleine Entdeckungstour. Unsere Gruppe bestand aus unserem Guide „Gloria“, zwei aus Texas (Karen und Aaron), sowie einem deutschen Paar (Sandra und Markt). Unser erstes Ziel war ein Aussichtsturm von ca. 40 m Höhe (Höhenangst sollte man lieber nicht haben). Der Ausblick lohnt sich aber definitiv!Wir hatten das Glück den Sonnenuntergang mitzuerleben – UNBESCHREIBLICH SCHÖN!
Zurück in der Lodge war es auch nach sechs Uhr und somit Finster. Die Lodge wurde bis ca. 21 Uhr mit einem Öllämpchen in jedem Zimmer und jedem Badezimmer beleuchtet. Für den Speisesaal gab es SOGAR einen Generator – welch ein Luxus!

Wir freuten uns auf alle Fälle auf das Abendessen und waren wie immer (wie bei jeder Malzeit) die ersten am Buffet. Anschließend ging es auch direkt ins Bett, denn der nächste Morgen sollte früh starten.

Keine Kommentare: