Montag, 14. Juli 2008

Mein erstes Wochenende in meinem neuen „Zuhause“

Das Wochenende hat ganz entspannt begonnen. Steffi, die ich bei meinem Trip kennengelernt habe und ich sind gemeinsam etwas trinken und anschließend noch ins Kino gegangen. Es war schön mal wieder einen Abend deutsch zu sprechen und dazu noch alles zu verstehen! :-)

Am Samstagmorgen wollten wir eigentlich ins Zentrum fahren, da an diesem Tag einige Demos waren, blieben wir doch lieber in unserem Stadtteil und haben daher den Samstag relativ entspannt begonnen – ohne jeglichen Stress. Wir sind (Pedro & Lili, Fernanda und Juan-Pedro) ein wenig einkaufen gegangen und am Abend noch ins Kino „Hancook“, natürlich mit Popcorn & Soda! :-)

Den Sonntag habe ich mit einem Gottesdienstbesuch begonnen, was einfach schön war. Habe gleich zwei Einladungen zum Mittag essen bekommen. Da wir zum Geburtstag eingeladen waren, musste ich leider alle Einladungen ausschlagen.



So bin ich eben mit Lili & Pedro und den Kids zum Essen nach Barranco gefahren, wo auch schon die Verwandtschaft auf uns wartete.



Gesättigt und mit vollem Magen haben wir noch eine kleine Tour zur „Costa Verde“ gemacht. Es war wie immer schön einige Strände und das Meer zu sehen. Das Ende der Tour war das Einkaufszentrum in den Klippen von Miraflores – welches wir besucht und mit einem leckeren Eis beendet haben!
Anschließend sind Lili & ich noch auf den Umzug der Supermarktkette „Wong“ gegangen. Doch für meinen Geschmack einfach ZUVIELE Menschen. Doch für das Feuerwerk am Ende des Umzuges hat es sich trotzdem gelohnt!

Vierte Woche

Am Montag bin ich schließlich in mein neues „Zuhause“ hier in Peru gezogen! Ab jetzt werde ich bei Lili & Pedro (Eltern), Fernanda (14 Jahre) und Juan Pedro (8 Jahre) (Kinder) wohnen.

Die Familie wohnt in Surco – Monterrico, ganz in der Nähe vom Jockey Plaza (Einkaufszentrum) und auch sonst ist die Gegend auch sicherer als die Gegend in Santiago de Surco. Zudem ist ein Starbucks in ca. 5 Minuten zu Fuß zu erreichen und der nächste in ca. 15 Minuten. Ich habe ein eigenes Zimmer und teile mit Fernanda das Bad (sogar mit warmem Wasser!). Ja und „Last but not least“ lebt die „Kathlyn“ im Haus, besser bekannt als „ama de casa“.

Bisher war dies der merkwürdigste Tag – aber sehr befreiend! So habe ich in dieser Woche begonnen mich in meinem neuen „Zuhause“ einzuleben. Zum ersten Mal fühle ich mich richtig wohl und willkommen.

Am Dienstagabend bin ich mit ein paar Kollegen nach der Arbeit ins Kino gegangen. Kino ist einfach etwas Tolles: Popcorn, Soda & Film
Am Donnerstag haben wir noch Fernanda bei ihrem Basketball-Spiel angefeuert!

Ansonsten war die Woche eher ruhig. Mal einen Film mit Fernanda und Juan Pedro geschaut und dabei Eis gegessen, ein anders Mal war ich noch nach dem Geschäft im Jockey Plaza und dann war auch schon wieder Wochenende.

Erste Tour: Nazca-Linien und Islas Balletas

Um sieben startete die Tour am Busbahnhof. Nach vier Stunden Fahrt durch eine beeindruckende Landschaft kamen wir schließlich in Nazca an. Zu meinem Glück konnte ich direkt weiter in Richtung Flughafen fahren und dort einen faszinierend Rundflug über die Nazca-Linien machen. Ich kann wirklich glücklich sein, denn in der letzten Woche konnte man an keinem Tag einen Rundflug machen, da der Wind so stark war.
Wie konnte man diese Eindrücke besser verarbeiten, als bei einem leckeren Essen!

Am Abend habe ich dann noch ein Planetarium mit einer Lektüre über die Nazca Linien besucht. Der Tag wurde dann mit einem Pisco-Sour beendet – also eine gute Stärkung für den nächsten Tag.

Bereits um sieben Uhr wurde ich im Hostal abgeholt. Noch von der Nacht komplett durchfroren ging es mit dem „Guía“ und zwei Kolumbianerinnen zu den Gräberfeldern von Chauchilla. Absolut gigantisch, mehr kann ich da gar nicht dazu sagen!

Von der Nacht immer noch nicht aufgewärmt genoss ich die kommenden zwei Stunden auf dem „Plaza de Armas“, bevor dann mein Bus auch schon in Richtung Paracas losfuhr.

Da ich bereits bei Sonnenuntergang in Paracas ankam, konnte ich nicht mehr all zuviel unternehmen. Mit zwei Kanadierinnen ging ich am Abend noch eine Kleinigkeit am Strand essen (mit zwei Pullis und einer Jacke saß ich draußen).

Am Sonntag fuhr unser Boot um halb acht am Hotel in Richtung „Islas Ballestas“ ab. Mit aller Kleidung die ich dabei hatte, freute ich mich unglaublich auf diese Tour, die sich mal wieder gelohnt hat. Von den Humboldtpinguinen, Chileflamingos bis zu den Seelöwen.

Dann kam das Highlight es Tages, denn ich habe zum ersten Mal einen Delphin im „freien“ gesehen!!!! Leider war ich zu langsam, um ein Foto zu machen!

Nach diesen Erlebnissen, hätte ich nicht gedacht, dass das „Reserva Nacional de Paracas“ da mithalten kann. Doch da hatte ich mich definitiv getäuscht! Absolut atemberaubend – diese Natur hier!

Müde und erschöpft und mit einem „Korn“ im Auge (habe Sand in mein Auge bekommen und somit konnte ich mein Auge am Nachmittag nicht mehr öffnen) – konnte ich nur sagen:

DAS HAT SICH ALLEMAL GELOHNT!!!

Dritte Woche

Die dritte Woche hat leider nicht ganz so gut begonnen. Denn mein Chef hat mir mitgeteilt, dass ich nun doch jeden Tag arbeiten muss und daher nicht den Freitag frei bekomme! L

Am Mittwoch hatte ich mein erstes Krankenhaus Erlebnis.

Keine Sorge, ich hatte KEINEN FAHRRAD UNFALL (liegt vielleicht daran, dass ich kein Fahrrad fahre!)! Alle Praktikanten bei der BASF müssen eine Sicherheitsuntersuchung „Allroundcheck“ machen. Giuiliana (die andere Logistikpraktikantin) und ich sind mit dem BASF-Taxi ins Krankhaus gefahren (nüchtern - durften am Morgen nichts essen).

Dann ging es los:
- Blut abnehmen
- Urin
- Sehtest
- Puls & Blutdruck messen
- Befragung über Krankheiten in der Familie, chronische Probleme, Operationen, Unfälle, Brüche, Allergien, Impfungen und sonstige „Probleme“

Nach ca. 4 Stunden Klinikaufenthalt und leerem Bauch, durften wir endlich in der Kantine eine Kleinigkeit essen und zurück in der BASF gab es auch schon Mittagessen!

Da dies auch der letzte Tag von Sylvia in Peru war, bin ich nach der Arbeit zu Lili gefahren. Es kamen noch eine Bekannte von Lili & Sylvia und wir haben ein wenig „Sylvia verabschiedet“ mit Pisco-Sour, Hähnchen, Pommes und natürlich IncaCola!

Am Donnerstag ging es dann auch gleich weiter mit der Bürokratie hier in Peru. Dieses Mal war es ausnahmsweise keine Sicherheitskontrolle, sondern die Aufgabe hieß: Bankkonto eröffnen

Mit dem BASF-Taxi ging es zur Bank und dort durfte ich erst einmal ca. 2 h warten (das war ich ja bereits vom Vortag gewöhnt). Nachdem ich dann auch diese Aufgabe bewältigt habe, bin ich nun guter Hoffnung alle Bürokratien hier in Peru überstanden zu haben. Wobei es echt interessant ist, diese Erfahrungen zu machen.

Wieder ein Wochenende um Lima zu entdecken

Um den freien Tag richtig zu nutzen bin ich natürlich früh aufgestanden und mit meinem Lieblingsverkehrsmittel „Migro“ nach Miraflores gefahren. Dort gibt es verschiedene Touren mit einem Touristenbus. Da ich relativ viel von der Gegend sehen wollte, habe ich mich für die kleine Variante entschieden!

Es war eiskalt, was man gegen Ende der Fahrt an meinen blauen Lippen ganz gut erkennen konnte. Doch die Fahrt hat sich mit den Sehenswürdigkeiten, der Sicht aufs Meer und den Vielseitigkeiten des Stadtteils absolut gelohnt!

Am Samstag war das Motto: SHOPPING

Sylvia und ich wollten echten Silberschmuck einkaufen, wie sich natürlich versteht: Qualität und billig!

Wo kann man dies finden?

In einem nicht ganz so sicheren Stadtteil. Das bedeutet für mich:
- Kein Geldbeutel mitnehmen
- Keinen Schmuck tragen
- Keine besonderen Klamotten tragen
- Nur das nötige Geld mitnehmen
- Das Geld, das ich dabei habe in einen Brustbeutel tragen
- Keine anderen Wertsachen mitnehmen (immer daran denken, das ich es später nicht mehr haben könnte)


Jetzt kann die Fahrt losgehen!

Daher haben wir ein Taxi „SEGURO“ gerufen und den jungen Herrn bezahlt, dass er auf uns wartet und uns „beschützt“! Auf dem Weg in diese Gegend haben wir gleich einmal eine Schlägerei zwischen einem Bus- und einem Autofahrer mitbekommen. Wir waren froh im Taxi zu sitzen, jedoch ist uns dann doch ein wenig mulmig geworden.

Unsere Vorfreude auf das „shoppen“ wurde dann doch ein wenig gedrückt, da die Verkäufer natürlich sofort gemerkt haben, dass wir Ausländer sind und somit war das Resultat: Der Schmuck war doppelt so teuer als „normalerweise“!

Von diesem „frustrierten“ Erlebnis, konnte nur noch eines helfen:

Die Pastelería San Antonio!!!!! mmmhhhh

Ich habe meine erste Empanada und Tamal gegessen und als Nachtisch „Alfachor“ – der Tag war somit absolut gerettet!

Aufgestylt und neugierig ging es in eine „Peña“ (Ein Restaurant in dem „Criollo“ Lifemusik gespielt wurde, natürlich mit tanzen und essen). Das war absolut ein Highlight!

Das Essen war wie immer super lecker (Schweineherz & Huaca) und bei der Musik kann man einfach nur gute Laune haben. Später musste ich dann auch selbst meine Beine schwingen, aber zum Glück war es nicht ganz so ein peinliches Erlebnis wie im Fitness-Studio, im Gegenteil am Ende hat es richtig Spaß gemacht.